/autummsong*/ /


Startseite Gästebuch Archiv Meine Bilder Meine Musik

Friedrich Rückert

"Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben.
Sie hat so lange von mir nichts vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben.

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält;
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgewimmel
Und ruh' in einem stillen Gebiet.
Ich leb' in mir und meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied"

Friedrich Rückert.




Es ist schockiernd und schön zugleich, dass man seine Gefühle mit anderen teilen kann. Ich sehe den Film "Coffee and Cigarettes", in dem von diesem Lied gesprochen wird, höre es mir an und man entdeckt ein Spiegelbild seiner selbst.

Ich dachte immer die Einsamkeit, die ich verspüre und die Leere und das Schaffen seiner eigenen Welt wäre eine Moderne,
etwas aus dem neuen Zeitalter.
Ich will micht nicht abwenden und es ist auch kein Desinteresse.
Es ist bloß der Wunsch nach einer anderen Welt, da diese trotz der Jahre in der ich in ihr lebe so verfremdet ist. Und ich war mir so sicher, dass der Grund dafür die heutige Zeit ist, 
in der der Kapitalismus völlig aufblüht, 
der Unterschied zwischen Proletariat und Reichen immer 
größer wird und man seiner Abreit entfremdet ist.
Aber dieses Lied stammt aus dem 19. Jahrhundert, 
zwar war der Kapitalismus auch da schon in seiner Anfangsphase,
aber prägte den Menschen nicht so stark und
vermutlich bildete zu der Zeit der Staat noch keine egoistischen
Maschinen, die durch hohe Intelligenz sich im Markt besser verkaufen können.

Doch ich irre mich. Auch damals gab es wohl, vorallem bei den Romantikern, den Drang die Welt zu verlassen und sich seine eigene zu schaffen.

Wie sie damals, so brauche auch ich ein stilles Gebiet, 
doch ist dies nicht machbar. Auch wenn ich meine Zukunft anders gestalten würde, so muss ich mich nach dem Staat, nach dem Kapitalismus und nach der Gesellschaft richten und wie zu Zeiten Bismarcks unterwerf ich mich der Obrigkeit und passe mich den Normen an.

Verkauft als Sklave.

Ich bilde mich in der Schule aus, damit ich ein besserer Sklave bin und vielleicht auch selber irgendwann jemand sein werde,
der Sklaven hält?

Ich muss mit der Welt verkehren.

Auch wenn ich sie vergessen will, mich von ihr lösen will, in eine Art Traumwelt fliehen will, so bleibt dies ungetan.
Diser Hang zu Vergessen und Vergessen zu werden bleibt eine Illusion.
In meine Welt, " meinem Lieben, meinem Lied", kann ich niemals untertauchen, nie die wahre Schönheit des Lebens genießen, da dies mein gesellschaftlicher Tod und auch ein finanzieller Abgrund wäre.

4.3.08 23:38


Werbung


 [eine Seite weiter]